“Co ga móžo to byś? | Was kann das denn sein?” – die ersten Monate des Zorja-Projekts

Fast 60 Tage sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Zorja-Projektes in ihrem „Nest“ in Dešno/Dissen schon fleißig. Täglich lernen sie dort intensiv Niedersorbisch. Und man glaubt gar nicht, wie großartig sie das machen. Dabei ist ihre Motivation – ihre Arbeitsstelle vorübergehend ruhen zu lassen und zehn Monate intensiv gemeinsam Niedersorbisch zu lernen – sehr unterschiedlich: ob das Sorbische dann täglich auf Arbeit oder privat anzuwenden; die Sprache wieder in der eigenen Heimat zu verankern; diese an Kinder weitergeben oder sogar sorbische Filme zu produzieren. Sichtbar sind alle begeistert. Das empfanden auch die Domowina-Hauptgeschäftsführerin Judit Šołćina und die Bildungsreferentin Katrin Suchec-Dźisławkowa, welche am gestrigen Sorbischunterricht teilnahmen. “Ich bin begeistert, was das Projekt Zorja bereits erreicht hat. Nach nur wenigen Wochen verstehen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Sprache schon gut. Einige unterhalten sich sogar schon. Daher spreche ich allen Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmern ein großes Lob aus – auch den beiden Organisatoren, sowie den Lehrerinnen und Lehrern.” so Judit Šołćina.

Auch sie musste beim Besuch Niedersorbisch sprechen, denn es war für alle eine Woche unter dem Motto „Immersion”. Das heißt, die Lernenden durften lediglich Niedersorbisch sprechen. Deutsch war aber auch nicht notwendig. Sogar in der Pause wurde Sorbisch gesprochen. Und in dieser waren die Lernenden weiter fleißig. Einmal im Monat kochen sie gemeinsam Mittagessen und eignen sich dabei weitere Begriffe des Alltags an. Dieses Mal gab es leckere “gibane klejzy” (Hefeklöße).

Der Niedersorbischunterricht im Zorja-Projekt ist äußerst vielseitig. Neben der klassischen Vermittlung steht besonders die Konversation im Mittelpunkt. So besuchen die Projektteilnehmerinnen- und Teilnehmer auch Sorben im Dorf oder in der Umgebung, um sich mit weiteren Muttersprachlern zu unterhalten. Jedem Lernenden steht außerdem ein Pate zur Seite, welcher ihn begleitet. Auch an einem eigenen Projekt arbeiten sie gerade.

Am 7. Dezember dürfen wir die Zorja-Teilnehmenden auch in Budyšin/Bautzen begrüßen. Der Vorsitzende Dawid Statnik, der selbst auch Niedersorbisch gelernt hat, wird sie durch verschiedene Stationen führen.

Projekt Zorja Zorja ist ein Neuer, einzigartiger Weg die niedersorbische Sprache zu lernen. Zehn Monate, fünf Tage die Woche, sechs Stunden am Tag wird immersiv, auf innovative Weise und intensiv gelernt. Seit September 2023 läuft der erste Zorja-Jahrgang. Interessenten, die ebenfalls die Niedersorbische Sprache erlernen, können sich für den nächsten Jahrgang bis zum 29. Februar 2024 bewerben. Weitere Informationen unter www.zorja.org.

Fotos: Domowina/Božena Šimanec: Eigene Herstellung der “gibane klejze” (Hefeklöße) gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Zorja-Projektes. Auf dem Bild: Hauptgeschäftsführerin der Domowina Judit Šołćina (links), Sprachtrainer Gregor Wieczoreck (5. von links), Projektleiter und Sprachtrainer Maximilian Hassatzky (rechts).

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