Beratender Ausschuss der Sorben hat in Berlin getagt

Unter der Leitung der Vorsitzenden und Minderheitenbeauftragten Natalie Pawlik, MdB (SPD) hat sich der Beratende Ausschuss des Bundesministeriums des Innern und Heimat gestern, dem 20.09.2023, in Berlin mit Fragen des sorbischen Volkes befasst.

Der Vorsitzende des Bundes Lausitzer Sorben e.V. – der Domowina – Dawid Statnik berichtete über die aktuelle Situation und betonte die Wichtigkeit der sorbisch-sprachigen Bildung. “Ohne eine solide Ausstattung unserer Bildungseinrichtungen und entsprechenden schulischen sowie außerschulischen Maßnahmen wird es uns nicht gelingen unsere Ziele in Zukunft zu realisieren.“

Auf der Tagesordnung stand der Bericht zur Situation der Jugendlichen in der Ober-und der Niederlausitz, welcher einerseits die Wichtigkeit der Digitalisierung der sorbischen Sprache hervor hob, aber auch die Bedeutung von Tradition und Bräuchen betonte, die durch die Jugend gepflegt werden. Außerdem wurden die laufenden Gerichtsverhandlungen zum sorbischen Siedlungsgebiet in Brandenburg thematisiert. Kritisch eingeschätzt wird das Vorgehen des Gerichtes hinsichtlich der Zugehörigkeit zur sorbischen Kultur bzw. zum sorbischen Brauchtum.

Mit Blick auf das künftige Finanzierungsabkommen der Stiftung für das sorbische Volk 2026-2030 übermittelte der Stiftungsdirektor Jan Budar den Regierungen aktuelle Bedarfszahlen. Das Abkommen vorbereitend hat die Domowina vor zwei Wochen den Abstimmungsprozess zwischen den sorbischen Institutionen, Stiftungsräten und Vertretern des Bundesvorstandes der Domowina eröffnet. Die Vertreterinnen der Regierungen des Bundes und beider Länder sprachen sich dafür aus, dass eine gemeinsame Abstimmung der Domowina und der Stiftung für eine erfolgreiche Vorbereitung des 5. Finanzierungsabkommens sowie für die Abstimmung auf parlamentarischer Ebene notwendig ist.

“Domowina ist und bleibt für Sachsen, Brandenburg und den Bund die Interessenvertretung der Sorben und verlässlicher Partner in allen sorbischen Angelegenheiten. Das bestätigten die Vertreterinnen des Bundes sowie der Länder Brandenburg und Sachsen in einem Bericht Deutschlands zum Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten des Europarates, welcher Ende des Jahres erscheint sowie in der gestrigen Sitzung.”, so Dawid Statnik nach dem Gespräch.

An der Sitzung des Beratenden Ausschusses beteiligten sich die Bundestagsabgeordneten Simona Koß (SPD) und Dr. Christiane Schenderlein (CDU), der Domowina-Vorsitzende Dawid Statnik sowie seine Stellvertreter Dr. Hartmut Leipner und Marko Hančik, der Vorsitzende des Rates der Stiftung für das sorbische Volk Marko Kowar, die Domowina-Geschäftsführerin Judit Šołćina, der Direktor der Stiftung Jan Budar, sowie die Jugendvertreter Syman Sćapan und Ole Schmalfuß. Außerdem waren weitere Vertreter der Regierungen Sachsens, Brandenburgs und des Bundes anwesend, u.a. Měto Nowak (MWFK) sowie der Leiter des Minderheitensekretariats Gösta Nissen.

Foto: Domowina

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