Stellungnahme des Vorstandes des Domowina-Regionalverband Bautzen

Die Mitglieder des Regionalvorstandes "Jan Arnošt Smoler" Budyšin nahmen in der heutigen Sitzung enttäuscht zur Kenntnis, - dass die 4. Klasse der Sorbischen Grundschule Radibor, die aus Sorbisch muttersprachlichen Schülern besteht, eine Klassenlehrerin ohne sorbischsprachliche Kenntnisse hat; dabei honorieren wir die Bemühungen dieser Lehrerin, die sorbische Sprache anzuwenden. - dass eine erste Klasse bestehend aus Sorbisch-Muttersprachlern derselben Schule einzurichten verboten wird – entgegen dem Wunsch der Eltern und der ersten Schuleinweisung - dass die WITAJ-Gruppe im Kindergarten „Sonneneck“ in Bukecy/Hochkirch aufgrund nicht ausreichender Kinderzahl schließt.

Das dürfen wir nicht zulassen! Wir unterstützen den Kampf der Eltern und deren Forderung selbstständige Lerngruppen für muttersprachliche Kinder zu bilden, ebenso für diejenigen, die bereit sind, Sorbisch würdig zu lernen.

Für die Arbeit mit dem Bildungskonzept “2plus” fordern wir endlich feste und klare gesetzliche Ausführungen, um uns nicht jedes Jahr erneut mit dieser Problematik auseinandersetzen zu müssen. Wir fordern zumindest die korrekte Umsetzung der bisherigen Bestimmungen für 2plus, das heißt auch Teamteaching. Dies ist die Zusammenarbeit zweier Lehrer, um die Sprache im Unterricht stets zu garantieren und somit zu verbessern. Sprachlich gemischte Klassen oder Gruppen funktionieren nur, wenn die Mehrheit der Schüler Sorbisch beherrscht. Und all das beginnt bereits im Kindergarten. Echte Immersion ist nur durch konsequente und ständige Arbeit mit einer Erzieherin-Sprecherin möglich.

Das Resultat des kurzfristig stattgefundenen Gesprächs der Regionalverbandsvorsitzenden und Bildungsreferentin der Domowina mit der AWO-Leitung (Träger des Hochkircher Kindergartens) ist, dass wir mit dem Bürgermeister und der Leiterin der Kindertagesstätte, dem WITAJ-Sprachzentrum sowie mit allen Partnern aus Hochkirch und Umgebung im September ein Gespräch zur konkreten Strategie, wie es mit WITAJ in Hochkirch weitergeht, durchführen.

Gerade in der Hochkircher Region brauchen wir jeden, der Sorbisch lernen und sprechen möchte. Deshalb dürfen wir nicht aufgeben und weiter kämpfen für unsere gesetzlichen Rechte, diese einfordern und durchsetzen. Wir erwarten von unseren Partnern in Trägerschaft und Verwaltung, uns zu unterstützen und Wege zu finden, wie wir WITAJ in Hochkirch auch künftig weiterführen können. Gemeinsam suchen wir nach Wegen der Umsetzung unseres in der Sächsischen Verfassung garantierten Rechts. In Artikel 6 gewährleistet und schützt der Freistaat Sachsen das Recht der Sorben auf Bewahrung der eigenen Identität und Entwicklung der sorbischen Sprache, Kultur und Traditionen. Besonders Schulen, Vorschul- und Kultureinrichtungen werden dort explizit benannt. Deshalb fordern wir, dass dies nicht nur leere Worte bleiben, sondern dass unsere Vorstellungen endlich in der Praxis realisiert werden.

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