Erfolg für Sorben - Busse im Landkreis Bautzen sprechen jetzt auch Sorbisch

 

Seit Mittwoch fahren die ersten Busse zwischen Budyšin/Bautzen und Kamjenc/Kamenz mit zweisprachiger – sorbisch-deutscher – Haltestellenankündigung.

Während die deutsche Frauenstimme automatisch generiert ist, wurden die sorbischen Ankündigungen extra aufgenommen. So wurden bisher Ansagen für über 110 Haltestellen aufgenommen, die in derzeit 12 Buslinien abgespielt werden. Das ist aber nur der Anfang: Ziel sind solche zweisprachigen Ankündigungen auf allen Buslinien im gesamten sorbischen Siedlungsgebiet Sachsens: das heißt von Mužakow/Bad Muskau nach Huska/Gaußig und von Kamjenc/Kamenz nach Wóspork/Weißenberg. Dafür müssen rund 800 Bezeichnungen übersetzt, aufgenommen und in die Busankündigungen übertragen werden. Da derzeit alle Haltestellen in der Region ohnehin mit zweisprachigen Schildern ausgestattet werden, können die bereits erarbeiteten Übersetzungen für die Busankündigung genutzt werden. Bis 2025 sollen beide Vorhaben realisiert sein.

Angeregt und koordiniert hatte das Projekt der „zweisprachigen“ Busse Julian Nyča, Verantwortlicher für Sprachressourcen des Domowina-Projekts ZARI. Julian Nyča: “Wir wollen die sorbische Sprache im Alltag der Bevölkerung im gesamten Siedlungsgebiet verankern. Und das nicht nur in schriftlicher Form, sondern auch, dass die sorbische Sprache hörbar und so gleichberechtigter Bestandteil des Alltags ist.”

Der Domowina-Vorsitzende Dawid Statnik sieht in diesen Vorhaben einen Erfolg für die Sorben: „Das sorbische Volk erfährt als Minderheit einen besonderen Stellwert, der durch das Sächsische Sorbengesetz gegeben ist. Dieser ist jedoch noch nicht überall umgesetzt. Das Sorbische ist eine gleichwertige Sprache zum Deutschen und kann und sollte die gleichen Funktionen erfüllen. In Wojerecy/Hoyerswerda und Choćebus/Cottbus wird in Bussen bereits sorbisch angekündigt, nun gehen wir an die flächendeckende Umsetzung. Wir danken daher auch unseren Partnern, wie in diesem Fall dem VVO, für seine Offenheit und sehr gute Zusammenarbeit.“

Kooperationspartner in diesem Vorhaben sind der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO), das Projekt LUCIJA sowie das Kommunale Servicebüro für sorbische Sprache.

Über das Projekt ZARI:

Das Projekt ZARI, welches sich in Trägerschaft der Domowina befindet, zielt auf die Revitalisierung des Sorbischen in jenen Gegenden der Lausitz ab, wo es aufgrund der historischen Entwicklung derzeit kein fester Bestandteil des Alltags ist. Das große Ziel ist es, 100.000 Sprecherinnen und Sprecher im Jahr 2100 zu erreichen. Mit dem Vorhaben der „zweisprachigen“ Busse sollen weitere Sprachräume eröffnet und so eine zusätzliche Motivation für Sprecherinnen und Lernende geschaffen werden.


Kontakt: Julian Nyča, wissenschaftlicher Mitarbeiter für Sprachressourcen im Projekt ZARI (in Trägerschaft der Domowina – Zwjazk Łužiskich Serbow z.t. / Bund Lausitzer Sorben e.V.), Email: julian.nyca@domowina.de, Tel.: 03591 / 316 3852

 

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