Erfolgreiches Festwochenende im Wendland (Niedersachsen)

Lüchow/Wendland. Vergangenes Wochenende verbrachten 34 Vertreterinnen und Vertreter aus der Lausitz in Lüchow im Wendland. Grund der Reise waren die „Wendentage“ des Vereins Wendischer Freundes- und Arbeitskreis, bei denen die slawische Geschichte der Wenden in der Region im Mittelpunkt steht.

Bereits am Vorabend der Wendentage informierte sich die sorbische Delegation über die Sprache, die im Wendland bis ins 18. Jahrhundert gesprochen wurde – das Drawenopolabische. Der Dozent an der Prager Karls-Universität Dr. Vladimir Knoll stellte seine Vorschläge zur Kodifizierung der Sprache, welche nie Schriftsprache war, vor, sowie Möglichkeiten diese zu revitalisieren.

Bei der offiziellen Eröffnung am Samstag wurde traditionell um den Kreuzbaum getanzt, ein regionaler Brauch. Die Besucher erwartete anschließend ein umfangreiches und buntes Programm auf dem Gelände des Rundlingsmuseums Wendlandhof Lübeln. So präsentierte die sorbische Gruppe „Serbska reja“ gemeinsam mit dem lokalen Volkstanz- und Trachtenverein „De Öwerpetters“ eine Uraufführung von drawenopolabischen Tänzen. Der sorbische Liedermacher Bernd Pittkunings erfreute das Publikum mit eigenen Balladen und Liedern. Außerdem referierte der Domowina-Wendenbeauftragte Werner Sroka über Forschungen von Arnošt Muka/Ernst Mucke im Wendland vor über 100 Jahren. Mit dem sorbischen Theaterstück "Endlich etwas mit Niveau" begeisterte die Laientheatergruppe des Wittichenauer Vereins Bratrowstwo die Zuschauer, welches simultan ins Deutsche übersetzt wurde.

Als weitere Besonderheit wurde am Sonntag ein niedersorbisch-deutscher Taufgottesdienst unter freiem Himmel durchgeführt. Dr. Hartmut Leipner, stellvertretender Vorsitzender der Domowina und zugleich Vorsitzender des Fördervereins für die wendische Sprache in der Kirche feierte den Gottesdienst in Niedersorbisch mit und auch niedersorbische Kirchenlieder erklangen. Der Förderverein übergab der dortigen Kirchgemeinde ein eigens angefertigtes dreisprachiges Gebetsblatt mit dem Vaterunser in Drawenopolabisch, Niederdeutsch und Niedersorbisch.

“Ohne die Sorben aus der Nieder- und Oberlausitz mit ihren Ideen für das Programm könnten wir die Wendentage nicht so erfolgreich durchführen.“, so Ernst Stelte, 1. Vorsitzender des Vereins Wendischer Freundes- und Arbeitskreis. Die Wendentage sollen weiterhin fortgesetzt werden. „Die Kooperation mit den Sorben und der Domowina wird auch in Zukunft eine wichtige Säule unseres Wirkens sein.“, so Stelte.

Fotos: Domowina/Madlena Di Sarno

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