Vorderseite eines Liedblattes aus dem Archiv der Brüdergemeine Kleinwelka. Auf der Rückseite ist der deutsche Text beigefügt. (Archiv Kleinwelka) https://www.sorabicon.de/herrnhuter-lebenslaeufe/kurzer-ueberblick-sorbische-geschichte-im-18-jahrhundert/

Umfrage Lausitz-Monitor 

Der Lausitz-Monitor zeigt, was die Menschen in der Lausitz bewegt und wie sie die Zukunft ihrer Region sehen. Die aktuellen Ergebnisse verdeutlichen die wachsende Bedeutung sorbischer Sprache und Kultur für Identität, Zusammenhalt und das Selbstverständnis der Lausitz.

Der Lausitz-Monitor liefert ein aktuelles und einzigartiges Stimmungsbild aus der Region – und zeigt, was die Menschen wirklich bewegt. In der aktuellen Umfrage aus dem Jahr 2025 rückt dabei ein Thema besonders in den Mittelpunkt: die Sorben und ihre Bedeutung für Identität und Zukunft der Lausitz.

Als repräsentative Langzeitstudie untersucht der Lausitz-Monitor jährlich die Einstellung der Bevölkerung in Brandenburg und Sachsen zu Strukturwandel, Lebensqualität und regionaler Entwicklung. Begleitet und getragen wird die Umfrage von der Firma MAS Partners sowie   Prozesspsychologen, die damit fundierte Einblicke in die gesellschaftliche Entwicklung der Lausitz ermöglichen.

Die aktuellen Ergebnisse machen deutlich: Fragen von kultureller Identität gewinnen spürbar an Bedeutung – und die sorbische Kultur rückt stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung.

Besonders eindrucksvoll verdeutlichen das mehrere Kernergebnisse:

  • 83 % der Befragten sehen die sorbische Kultur als wesentlichen Bestandteil der Lausitz, für ca. 72 % ist auch die Zweisprachigkeit ist ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil.
  • Menschen mit sorbischem Hintergrund zeigen eine besonders starke Bindung zur Region: 83 % sagen, dass ihnen die Lausitz am Herzen liegt - deutlich mehr als dem Durchschnitt der Bevölkerung.
  • Gleichzeitig wird deutlich, wie sehr kulturelle Symbole verbinden können: Fast die Hälfte der Lausitzer kann sich vorstellen, „Witaj“ als alltäglichen regionalen Gruß zu nutzen – vergleichbar mit „Moin“ im Norden.

Dieses Ergebnis steht sinnbildlich für einen breiteren Trend, den die Umfrage sichtbar macht: Die sorbische Sprache und Kultur werden nicht nur als schützenswertes Erbe wahrgenommen, sondern zunehmend als verbindendes Element für die gesamte Region. Zentrale Aussagen aus der Studie unterstreichen auch, dass die Sorben heute stärker als integraler Bestandteil der Lausitz verstanden werden – und damit eine wichtige Rolle für das gemeinsame Selbstverständnis spielen.

Der aktuelle Lausitz-Monitor zeigt damit eindrucksvoll: Der Strukturwandel ist nicht nur ein wirtschaftlicher Prozess, sondern auch eine kulturelle Neuausrichtung – bei der die sorbische Identität eine immer wichtigere Rolle einnimmt.