Wir haben die Aufgabe und die Pflicht, unser sorbisches Kulturgut zu erhalten und weiterzugeben
Im Domowina-Haus in Hoyerswerda fand am Freitag, dem 13. Juni 2025 die erste ordentliche Sitzung des Domowina-Bundesvorstands unter der Leitung des Vorsitzenden Dawid Statnik statt. Daran nahmen 22 Mitglieder und Mitglieder des Bundesvorstandes (ZP) teil. Hauptthemen waren die Finanzierung der Stiftung für das sorbische Volk, die Bildung von Arbeitsausschüssen der ZP und Aktuelles aus dem Regionalverband “Handrij Zejler ” Hoyerswerda.
Aktuelles aus dem Regionalverband “Handrij Zejler ” Hoyerswerda
Anfang begrüßte die Mitglieder und Mitglieder Gabriela Linakowa, Regionalverbandsvorsitzende des Hoyerswerdaer Regionalverbandes. Sie berichtete über die aktuelle Situation im Gebiet, die für die sorbische Geschichte sehr bedeutsam ist. Hoyerswerda zeigt viele positive Beispiele für die Sichtbarkeit der sorbischen Sprache. Seit 2013 kündigen sich Haltestellen in Stadtbussen zweisprachig – Projekt an, welches Werner Sroka initiiert hat. Die Arbeit der Sprachmotivatorin ZARI, Marija Šołćic, wird sehr gelobt. Trotz Fortschritten gibt es auch die eine oder andere Herausforderung. So wurde beim Neubau des Lausitzer Bades bisher nur eine deutsche Tafel angebracht. Der Regionalverband ist aber schon im Gespräch mit den Verantwortlichen. So wollen sie die Webseite zweisprachig gestalten.
Linakowa betonte, dass der Regionalverband nicht nur für den Erhalt der Kultur steht, sondern auch für zeitgemäße Projekte wie der Sprachleuchtturm. “Wir haben die Aufgabe und die Pflicht, unser sorbisches Kulturgut zu erhalten und weiterzugeben. ”, so die Regionalvorsitzende.
Finanzierung der Stiftung für das sorbische Volk ab 2026
Weiterer Gast war Jan Budar, Direktor der Stiftung für das sorbische Volk, welcher den Stand der Verhandlungen über den fünften Finanzierungsvertrag der Stiftung für das sorbische Volk (2026-2030) vorstellt. Die angespannte Finanzsituation aller drei Zuwendungsgeber (Bund, Brandenburg, Sachsen) erschwert die Verhandlungen. Er stellte verschiedene Szenarien vor und betonte, dass die Priorität des Wirkens sorbischer Institutionen und Projektträger die Erhaltung und Revitalisierung der sorbischen Sprache ist. Dafür haben die Institutionen – auch die Domowina – ihre Strukturen angepasst und ab 2021 gezielt erweitert. Ist die weitere Finanzierung nicht gewährleistet, dann ist die Revitalisierung der sorbischen Sprache ernsthaft gefährdet.
Der Bundesvorstand sprach sich in diesem Zusammenhang klar für die Anpassung der Finanzierung der Stiftung für das sorbische Volk aus, damit die Förderung und Revitalisierung der sorbischen Sprache und Kultur fortgesetzt werden können. So würden die Sorben den in die Zukunft steigenden Kosten und Herausforderungen sowie den Pflichten der Tarifverträge entsprechen können. Besonders im Bereich der Digitalisierung sind zusätzliche Mittel für den Fortbestand des sorbischen Volkes unverzichtbar.
Bildung von Arbeitsausschüssen
Nachdem die ZP ihre Geschäftsordnung verabschiedet hat, konnten erste Arbeitsausschüsse gebildet werden. Im Folgenden arbeiten ab jetzt Mitglieder der ZP und weitere Vertreter der Regionalverbände und Vereine sowie Fachleute gemeinsam:
- Ausschuss für politische und rechtliche Angelegenheiten
- Ausschuss für die Erarbeitung eines Vorschlags für die Höhe der Domowina-Preisverleihung
- Ausschuss für Martin-Neumann-Haus
- Ausschuss für Sichtbarkeit der Sorben in der Wirtschaft
Dr. Hartmut Leipner kandidiert für das FUEV-Präsidium
Weiter benennt bzw. bestätigte die ZP Vertreterinnen und Vertreter der Domowina für verschiedene Gremien:
- Im Beratenden Ausschuss für Fragen des sorbischen Volkes beim Bundesinnenministerium arbeiten als ordentliche Mitglieder Dawid Statnik, Dr. Hartmut Leipner und Marlis Müller.
- Im Minderheitenrat Deutschlands wirken Dawid Statnik, Dr. Hartmut Leipner und Judit Šołćina.
- In der internationalen Vereinigung der Organisatoren von Folklorefestivals CIOFF-Deutschland wirken Marko Kowar und Pětr Brězan.
Außerdem unterstützt der Bundesvorstand die Kandidatur des stellvertretenden Domowina-Vorsitzenden, Dr. Hartmut Leipner, für die Wahl zum FUEV-Präsidium im Rahmen des FUEV-Kongresses im Herbst 2025.
Haus vom Martin-Nowak-Njechorński
Bundesvorstand begrüßt die Entscheidung des Stiftungsrates vom Tag 22.05.25, der für das Martin-Nowak-Njechorński-Haus eine Förderung in Höhe von rund 360.000 Euro bewilligt hatte. Der ZP übergab der Domowina-Geschäftsstelle jetzt den Auftrag, die notwendigen Baumaßnahmen für die Erhaltung des Hauses in Auftrag zu geben und mit der Stiftung für das sorbische Volk zu koordinieren.
Měrćin Nowak-Njechorński ist ein bedeutender Maler und Schriftsteller aus Nechern. Er erbt seinen Besitz der Domowina. Das Haus in Nechern wurde von 1992 bis 1998 saniert und als Museum sowie kultureller Treffpunkt eröffnet. Seit 2000 liegt die Bewirtschaftungsverantwortung für das Haus bei der Stiftung für das sorbische Volk. Nach mehr als 30 Jahren Nutzung wurden gravierende Bauschäden festgestellt – unter anderem durch Schädling im Holz und Feuchtigkeit in den Wänden. Ziel ist es, das Haus künftig dauerhaft und langfristig als Kulturstätte zu erhalten. Heute, 13.06. vor 125 Jahren wurde Měrćin Nowak-Njechorński geboren.

