Geschichte

Die Geschichte des Regionalverbandes Niederlausitz zeigt das langjährige Engagement für die sorbisch/wendische Sprache und Kultur. Wichtige Meilensteine – von der frühen Vereinsarbeit bis zum Wendischen Haus in Chóśebuz | Cottbus – unterstreichen seine zentrale Bedeutung für Identität und kulturelles Erbe der Region.

Die Geschichte der Domowina – Župa Dolna Łužyca | Regionalverband Niederlausitz

Die Geschichte des Regionalverbandes Niederlausitz ist geprägt von wichtigen Ereignissen und Entwicklungen, die maßgeblich zur Stärkung und Bewahrung der wendischen/sorbischen Sprache und Kultur beigetragen haben. Von der Gründung der Domowina im Jahr 1912 bis zur Einrichtung des Wendischen Hauses in Chóśebuz | Cottbus 1990 sind die Meilensteine ein Ausdruck des Engagements und der Widerstandsfähigkeit der Gemeinschaft. Sie verdeutlichen die Bedeutung des Regionalverbandes für die kulturelle Identität und das historische Erbe der Niederlausitz.

 

  • Die Anfänge und Gründung

    13.10.1912: Gründung der Domowina in Wórjejce/Hoyerswerda als Bund Lausitzer Sorben der Ober- und Niederlausitz. Bogumił Šwjela aus der Niederlausitz wurde zum Stellvertreter des Vorsitzenden gewählt.

    1926: Reaktivierung der Maśica Serbska

    1928: Die Hauptversammlung der Domowina verabschiedet eine Protestresolution an die Preußische Regierung gegen die Diskriminierung der niedersorbischen Sprache

    1930: 50jähriges Bestehen der Maśica Serbska 

    9.5.1932: Premiere des Theaterstückes "Aus dem Leben der Armen" von Marjana Domaškojc in Prag

  • Frauen in niedersorbischer Festtagstracht in Cottbus auf dem Jahrmarkt, um 1930, Foto: Unbekannter Fotograf, Sorbisches Kulturarchiv am Sorbischen Institut
    Frauen in niedersorbischer Festtagstracht in Cottbus auf dem Jahrmarkt, um 1930, Foto: Unbekannter Fotograf, Sorbisches Kulturarchiv am Sorbischen Institut

    Zeit des Nationalsozialismus und Wiederaufbau nach 1945

    1933: Die Tageszeitung "Serbski Casnik" wird eingestellt

    1937: Veranstaltungsverbot für die Domowina und ihr zugehörige Vereine

    1941: Verbot der Gottesdienste in niedersorbischer Sprache in der Niederlausitz

    1945: Neugründung der Domowina in Chrósćicy | Crostwitz

    1946: Gründung der Domowina für die Niederlausitz in Wjerbno | Werben. Erster Vorsitzender wird Měto Lažki (1889 - 1972).

    1947: 1. "Dolnoserbski Casnik" der Nachkriegszeit erscheint.

    1949: Die Landesregierung Brandenburg genehmigt der Domowina eigene Tätigkeiten.

    1950: Die Landesregierung Brandenburg erlässt die "Verordnung zur Förderung der sorbischen Volksgruppe". Erste Rundfunksendung in niedersorbischer Sprache.

     

    Frauen in niedersorbischer Festtagstracht in Cottbus auf dem Jahrmarkt, um 1930, Foto: Unbekannter Fotograf, Sorbisches Kulturarchiv am Sorbischen Institut
  • Arbeitsspräsidium der III. Versammlung der Domowina, 9. Oktober 1952 — Foto: Georg Just, Sorbisches Institut
    Arbeitsspräsidium der III. Versammlung der Domowina, 9. Oktober 1952 — Foto: Georg Just, Sorbisches Institut

    Kulturelle Aufbrüche

    1951: Sorbisches Kulturtreffen in Burg. Die ersten zweisprachigen Ortstafeln werden angebracht.

    1952: Einführung des Sorbischunterrichtes an fünf Grundschulen im Kreis Chóśebuz | Cottbus

    1.9.1952: Gründung der Sorbischen Oberschule in Chóśebuz | Cottbus, heute Niedersorbisches Gymnasium

    1953 -1956: Gründung der Kreisverbände der Domowina Chóśebuz | Cottbus 1953 (Kreis und Stadt), Gubin | Guben-Baršć | Forst 1954, Kalawa | Calau-Lubnjow | Lübben 1955 und Grodk | Spremberg 1956

    1.1.1954: Gründung der Niedersorbischen Sprachschule in Dešank | Dissenchen

    1955: "Nowy Casnik" erscheint erstmals als selbständige Wochenzeitung

    1966: 1. Festival der sorbischen Kultur in Budyšin | Bautzen

    1974: Erste Inszenierung eines Theaterstückes in niedersorbischer Sprache durch das Deutsch-Sorbische Volkstheater in Budyšin | Bautzen

    1987: Wiedereinführung der Gottesdienste in niedersorbischer Sprache

    1989: Erster Sorbisch-Stammtisch

     

    Arbeitsspräsidium der III. Versammlung der Domowina, 9. Oktober 1952 — Foto: Georg Just, Sorbisches Institut
  • 1933
    Braunkohleabbau in der Niederlausitz – Tagebaulandschaft mit Förderbrücken und weiten Abbauflächen. Foto: Marcel Schwickerath, Domowina.
    Braunkohleabbau in der Niederlausitz – Tagebaulandschaft mit Förderbrücken und weiten Abbauflächen. Foto: Marcel Schwickerath, Domowina.

    Neuzeitliches sorbisches Kulturleben

    1990: Eröffnung des Serbski dom/Wendischen Hauses in Chóśebuz | Cottbus

    31.5.1991: Gründung des Domowina-Regionalverbandes Niederlausitz e.V. | Župa Dolna Łużyca z.t.

    29.8. - 1.9.1991: Tage der sorbischen Kultur der Niederlausitz in Janšojce | Jänschwalde

    1991: Gründung der Stiftung für das sorbische Volk

    1992: In der Verfassung des Landes Brandenburg wird im Artikel 25 den Sorben/Wenden Schutz und Förderung zugesichert. Eröffnung der "Lodka" im Wendischen Haus Chóśebuz/Cottbus. Ausstrahlung der ersten Fernsehsendung "Łużyca" im öffentlichem Rundfunk ORB in niedersorbischer Sprache.

    1993: Neugründung der Maśica Serbska

    1994: Der Landtag Brandenburg beschließt das "Gesetz zur Ausgestaltung der Rechte der Sorben (Wenden) im Land Brandenburg". Wahl des ersten "Rates für sorbische (wendische) Angelegenheiten. Erster Vorsitzender wird Harald Końcak. Tage der sorbischen Kultur in Raduš | Raddusch 

    Eröffnung des Wendischen Museums in Chóśebuz | Cottbus

    1995: Erstes Nachwuchs-Konzert sorbischer/wendischer Musik des ORB in Chóśebuz | Cottbus

    1997: Erstes Treffen der sorbischen Vereine in Hochoza | Drachhausen

    1.3.1998: Eröffnung des ersten "Witaj"-Kindergartens in Chóśebuz-Žylow | Cottbus-Sielow

    1997: Erster Ball sorbischer Erntekönige in Hochoza | Drachhausen

    5. - 7.6.1998: Sorbisches/wendisches Kulturfest in Hochoza | Drachhausen

    1999: Wahl des 2. Rates für sorbische/wendische Angelegenheiten beim Landtag Brandenburg in Potsdam

    2004: Wahl des 3. Rates für sorbische/wendische Angelegenheiten beim Landtag Brandenburg in Potsdam

    2007: Erstmals Auftritte aller Folkloreensembles des Internationalen Folklorefestivals "Lausitz 2007" in der Niederlausitz

    2007: Der Domowina-Regionalverband Niederlausitz e.V. tritt der "Initiative gegen neue Braunkohletagebaue" bei.

    Braunkohleabbau in der Niederlausitz – Tagebaulandschaft mit Förderbrücken und weiten Abbauflächen. Foto: Marcel Schwickerath, Domowina.

Der Regionalverband Niederlausitz heute

Der Domowina – Župa Dolna Łužyca | Regionalverband Niederlausitz vereint heute eine große Zahl aktiver Ortsgruppen, Kultur- und Heimatvereine, Traditions- und Trachtenvereine, Ensembles sowie viele engagierte Jugendgruppen. Gemeinsam setzen sie sich für die Bewahrung und Revitalisierung der niedersorbischen Sprache, die Pflege lebendiger Bräuche und Traditionen sowie die Stärkung der regionalen Identität ein.
Besonders die Jugendvereine gestalten mit großer Energie Projekte, Feste und Initiativen – und tragen damit maßgeblich zur Zukunft des Sorbischent in der Niederlausitz bei.


Vorsitzende des Regionalverbandes

Seit seiner Gründung wird der Regionalverband Niederlausitz von zahlreichen engagierten Persönlichkeiten geleitet. Sie tragen entscheidend zur Pflege der niedersorbischen Kultur und zum Erhalt der Sprache und Gemeinschaft in der Region bei. Die Vorsitzenden prägten durch ihre Arbeit die Entwicklung des Verbandes und setzten sich in herausfordernden Zeiten für die Belange der Wenden/Sorben ein.

Župa Dolna Łužyca | Regionalverband Niederlausitz

1990 - 1991     Wili Gusor
1991 - 1992     Uta Henšelowa
1993 - 2000     Bjarnat Rjentš
2000 - 2002     dr. Fryco Libo
2002 – 2004     Bjarnat Rjentš
2004 - 2009     Pětš Petrick
2009 – 2013     dr. Madlena Norbergowa
2013 - 2015     Měto Nowak
2015 – 2017     Harald Końcak
2017 - 2021     William Janhoefer
2021 - 2025     dr. Pětš Šurman
seit 2025     Michael Apel

 


Župa Dolna Łužyca | Gebietsverband der Niederlausitz
1946 - 1948: Měto Lažki
1949 - 1950: Gerat Hantška/Wylem Arndt
1950 - 1951: Fryco Fobo
1951 - 1952: Herbert Funka (Sekretär)

Wobwodny sekretariat Chóśebuz | Bezirkssekretariat Cottbus 
1952 - 1953: Heinrich Paulick (Sekretär)
1953 - 1961: Herbert Funka (Sekretär)
1962 - 1963: Fryco Nakońc (Sekretär)

Župa Chóśebuz | Kreisverband Cottbus 
1953 - 1957: Karlo Jordan
1957 - 1963: Fryco Herow/Richard Lehmann
1963 - 1989: Jurij Pěčka

Župa Gubin/Baršć | Kreisverband Guben/Forst 
1954 - 1957: Fryco Fobo
1957 - 1978: Horst Jašan
1978 - 1990: Werner Młynk

Župa Kalawa/Lubin | Kreisverband Calau/Lübben
1955 - 1967: Wili Gubac
1967 - 1975: Maks Kerstan
1975 - 1978: Norbert Ferdinand
1978 - 1990: Manfred Šmit

Župa Grodk | Kreisverband Spremberg
1956 - 1964: Reinhard Nowotnik
1964 - 1971: Alfred Korniš
1971 - 1975: Korla Šreter
1975 - 1982: Maks Bonka
1982 - 1990: Hinc Šnajder


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