Über uns

Der Domowina – Regionalverband "Handrij Zejler" vereint Vereine, Ortsgruppen und Kulturinitiativen, die sich für die sorbische Sprache und Kultur in der Region engagieren. Mit Veranstaltungen, Projekten und gelebten Traditionen stärken wir das Gemeinschaftsgefühl und machen sorbisches Leben heute sichtbar.

 

Der Regionalverband im Wandel

Wojerecy | Hoyerswerda besitzt für die sorbische Geschichte herausragende Bedeutung, denn hier riefen 60 Vertreter von 31 sorbischen Vereinen aus der ganzen Lausitz am 13. Oktober 1912 die Domowina, den Zwjazk Łužiskich Serbow | Bund Lausitzer Sorben ins Leben. Ort der Gründungsversammlung war das Hoyerswerdaer Ball- und Gesellschaftshaus in der Braugasse, heute Sitz der „Kulturfabrik“ (Kufa).
Am 19.07.2021 wurde im Rathaus von Hoyerswerda mit einem Festakt der Gründung von vier Domowina – Regionalverbänden vor hundert Jahren gedacht. Eine Gedenktafel am Rathaus wurde enthüllt.

Sorben und Deutsche leben gleichberechtigt miteinander. In Sachsen und in Brandenburg ist der Schutz der sorbischen Sprache und Kultur in der jeweiligen Landesverfassung ausdrücklich festgeschrieben. Das zeigt, dass sich beide Bundesländer ihres besonderen, lebendigen kulturellen Schatzes sehr bewusst sind. 

Die Bikulturalität und Zweisprachigkeit der Region Wojerecy | Hoyerswerda sind ein Alleinstellungsmerkmal. Der Domowina – Regionalverband "Handrij Zejler" arbeitet sukzessive daran, diesen Schatz gemeinsam mit den Mitgliedsvereinen und Partnern zu bewahren und zu fördern. Das Sächsische Sorbengesetz liefert die rechtlichen Rahmenbedingungen.

Der Domowina – Regionalverband "Handrij Zejler" steht für gelebte Gemeinschaft zwischen Mehrheit und Minderheit und engagiert sich, die sorbische Sprache und Kultur in einer modernen Gesellschaft lebendig zu halten.

 


Engagement für Sprachräume und Kultur

Dem Regionalverband gehören aktuell fünf Ortsgruppen und 14 Vereine an. Diese gestalten ein vielfältiges Programm:

  • Sprachkurse 
  • Sorbische Gesprächskreise
  • Öffentliche Lesungen, Vorträge, Heimatfeste und Herbstkonzerte 
  • Familiennachmittage, bei denen die sorbische Sprache im Mittelpunkt steht 

In vielen Familien wurde die sorbische Sprache kaum weitergetragen. Die Veranstaltungen bieten Gelegenheiten, die Sprache wieder zu hören, Sprachkenntnisse aufzufrischen und vorhandene Sprachräume zu nutzen und weiter auszubauen. Dabei unterstützen derzeit Sprachmotivatoren.


Historische Entwicklung 

1912 entstand in Wojerecy | Hoyerswerda  die Domowina, der Bund Lausitzer Sorben, als Dachorganisation von 31 sorbischen Vereinen.
Durch den fortschreitenden Bergbau in der Lausitz verschwand eine Reihe sorbischer Dörfer, vor allem in der Mittellausitz, was mit einem weiteren Niedergang der sorbischen Dorfkultur, Traditionen, Brauchtum und vor allem der sorbischen Sprache verbunden war.

Die Sorben haben eine eigene lebendige Sprache und Kultur. Dabei hat das um Wojerecy | Hoyerswerda  und Budyšin | Bautzen gesprochene Obersorbisch stärkere Ähnlichkeiten mit dem Tschechischen, das um Chóśebuz |Cottbus gesprochene Niedersorbisch neigt eher zum Polnischen.

Der fortschreitende Bergbau in den letzten hundert Jahren, insbesondere der Bau des Braunkohlekraftwerkes Schwarze Pumpe, hat viele Wunden und Narben hinterlassen. 
Der nördliche und östliche Teil des ehemaligen Kreises Wojerecy | Hoyerswerda sind vom Bergbau besonders in Mitleidenschaft gezogen worden. Tausende Hektar Wald und landwirtschaftlicher Fläche sind ihm zum Opfer gefallen. Viele sorbische Dörfer wurden weggebaggert. Die bäuerliche und sorbische Identität des Kreises ist dadurch stark gemindert worden. Dies sind Gründe dafür, dass in der Region Wojerecy | Hoyerswerda  d die Weitergabe der sorbischen Sprache in der Familie und im Alltag in den letzten 70 Jahren nach und nach verlorenging.