Geschichte

Der Regionalverband trägt den Namen des sorbischen Gelehrten Michał Hórnik (1833–1894), der sich maßgeblich für die Bewahrung der sorbischen Sprache und Geschichte einsetzte. Seine Arbeit wirkt bis heute.

Geschichte des Domowina – Regionalverbandes „Michał Hórnik“

Der Dachverband Domowina vereint rund 7.500 Mitglieder, die in fünf Regionalverbänden sowie zahlreichen Ortsgruppen und Mitgliedsvereinen organisiert sind. Sie bilden die Basis unseres Wirkens und tragen zur lebendigen sorbischen Gemeinschaft bei.

Der Namensgeber unseres Regionalverbandes, Michał Hórnik (1833–1894), erwarb sich zahlreiche Verdienste in den Bereichen der sorbischen Sprachforschung, Volkskunde, Geschichtsschreibung und Publizistik. Er setzte sich außerdem für die Zusammenarbeit unter den Sorben ein – unabhängig von Konfession oder regionaler Zugehörigkeit.

Erfahren Sie mehr über Michał Hórnik

Neben der kulturellen Vielfalt prägt die sorbische Muttersprache den Alltag vieler Menschen in der Region, die sie neben der deutschen Sprache als Kommunikationsmittel nutzen. Die Bevölkerung ist überwiegend katholisch und gehört den Kirchgemeinden von Chrósćicy | Crostwitz, Njebjelčicy | Nebelschütz, Wotrow | Ostro und Ralbicy | Ralbitz an.

  • Frauen auf der Dorfstraße in Laske / Ralbitz-Rosenthal_1875, Foto: August Kotzsch, Sorbisches Kulturarchiv am Sorbischen Institut
    Frauen auf der Dorfstraße in Laske / Ralbitz-Rosenthal_1875, Foto: August Kotzsch, Sorbisches Kulturarchiv am Sorbischen Institut

    Die Anfänge und Gründung

    Die Geschichte des Regionalverbands „Michał Hórnik“ spiegelt die Entwicklung und den Einsatz für die sorbische Kultur, Sprache und Gemeinschaft wider. Von der Gründung 1921 über bedeutende Kulturveranstaltungen bis hin zur Neugründung nach dem Zweiten Weltkrieg prägen diese Meilensteine das kulturelle Leben der Region bis heute.

     

    Frauen auf der Dorfstraße in Laske / Ralbitz-Rosenthal_1875, Foto: August Kotzsch, Sorbisches Kulturarchiv am Sorbischen Institut
  • 1921

    21.07.1921: Gründung der Regionalverbände der Domowina auf der Delegiertenkonferenz in Hoyerswerda

     

  • 1921

    10.07.1921: Aufführung des historischen Dramas „Na hrodźišću“ („Auf dem Burgwall“) von Jakub Bart-Ćišinski mit 50 Laienschauspielern aus Chrósćicy | Crostwitz an vier Tagen vor ca. 4.000 Zuschauern auf der Schanze bei Kopschin

  • 1933

    27.12.1933: Hauptversammlung der Domowina. Wahl von Lehrer Paul Nedo (1908 – 1984) zum Vorsitzenden der Domowina und Pfarrer Jan Wjenka aus Chrósćicy | Crostwitz zu seinem Stellvertreter.

  • 1935

    14.07.1935: Manifestation von 1500 Sorben anlässlich der Enthüllung der Gedenktafel für Tecelin Mět an der Wallfahrtskirche in Róžant | Rosenthal. Aufführung des Theaterstücks „Paliwaka“ von J. Wjela auf der Kopschiner Schanze vor 5.000 Zuschauern

  • 1937

    08.03.1937: Veranstaltungsverbot für die Domowina und die ihr angehörenden Vereine, Verbot der sorbischen Sprache im öffentlichen Raum

  • 1945

    10.05.1945: Neugründung der Domowina in Chrósćicy | Crostwitz

    01.11.1945: Erste sorbische Theateraufführung nach dem Zweiten Weltkrieg

    seit 1946: Sitz des Regionalverbands in Chrósćicy | Crostwitz

  • 1948
    Sorbische Agrarschule in Chrósćicy | Crostwitz_1952, Foto: Kurt Heine, Sorbisches Kulturarchiv am Sorbischen Institut
    Sorbische Agrarschule in Chrósćicy | Crostwitz_1952, Foto: Kurt Heine, Sorbisches Kulturarchiv am Sorbischen Institut

    23.03.1948: Annahme des „Gesetzes zur Wahrung der Rechte des sorbischen Volkes“ im Sächsischen Landtag

    Sorbische Agrarschule in Chrósćicy | Crostwitz_1952, Foto: Kurt Heine, Sorbisches Kulturarchiv am Sorbischen Institut
  • 1956

    10.06.1956: Enthüllung des Denkmals für Michał Hórnik in Worklecy | Räckelwitz

    20.08.1956: Gedenkfeier zum 100. Geburtstag des Dichters Jakub Bart-Ćišinski am Denkmal in Pančicy-Kukow | Panschwitz-Kuckau. Verleihung des Namens „Šula Ćišinskeho“ an die Panschwitzer Schule und erste Verleihung des „Ćišinski-Preises“ in Kamjenc | Kamenz

  • 1957
    Jan Skala
    Jan Skala

    29.12.1957: Enthüllung der Gedenktafel für Jan Skala an seinem Geburtshaus in Njebjelčicy | Nebelschütz

    Jan Skala
  • 1962

    Juli 1962: Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag der Domowina-Gründung mit historischem Festumzug und Kulturveranstaltungen in Chrósćicy | Crostwitz

  • 1966

    22.–26.06.1966: Erstes Festival der sorbischen Kultur in Budyšin | Bautzen; sechs weitere bis 1989

  • 1974
    Fest des Kreisverbandes der Domowina in Šunow | Schönau_1961, Foto: Paul Rothe, Sorbisches Kulturarchiv am Sorbischen Institut
    Fest des Kreisverbandes der Domowina in Šunow | Schönau_1961, Foto: Paul Rothe, Sorbisches Kulturarchiv am Sorbischen Institut

    22.09.1974: Durchführung des sorbischen Kulturfestivals des Regionalverbands anlässlich der Einweihung der neuen Schule in Ralbicy | Ralbitz; weitere Festivals fanden 1979, 1984, 1988, 1991 und 1994 in Ralbicy | Ralbitz und Wotrow | Ostro statt

    Fest des Kreisverbandes der Domowina in Šunow | Schönau_1961, Foto: Paul Rothe, Sorbisches Kulturarchiv am Sorbischen Institut
  • 1995

    1995: Erstes Mjezynarodny folklorny festiwal ŁUŽICA - ŁUŽYCA - LAUSITZ in Chrósćicy | Crostwitz, das seither alle zwei Jahre stattfindet

Der Domowina – Regionalverband „Michał Hórnik“ Kamjenc | Kamenz vereint eine lebendige Vereinslandschaft. Derzeit gehören ihm 3 Domowina-Ortsgruppen, mehr als 20 Kultur- und Heimatvereine sowie zahlreiche Musik-, Theater- und Jugendgruppen an.

Diese Gruppen gestalten das kulturelle Leben in den Gemeinden Chrósćicy | Crostwitz, Njebjelčicy | Nebelschütz, Pančicy-Kukow | Panschwitz-Kuckau, Ralbicy-Róžant | Ralbitz-Rosenthal und Worklecy | Räckelwitz entscheidend mit. Sie tragen sorbische Sprache, Musik, Theater, Brauchtum und Gemeinschaft in den Alltag – und machen die Region zu einem aktiven Zentrum sorbischer Identität.


Vorsitzende des Regionalverbandes „Michał Hórnik“

Seit seiner Gründung wird der Regionalverband durch engagierte Vorsitzende geführt:

1945 – 1950     Franc Natuš (1898-1950) z Chrósćic | aus Crostwitz 
1951 – 1952     Michał Kokla (1907-1967) z Noweje Wjeski | aus Neudörfel
1952 – 1954     Jan Bětnar (1920- ...) z Pančic-Kukowa | aus Panschwitz-Kuckau
1954 – 1957     Jurij Žur (1900-1967) z Ralbic | aus Ralbitz
1957 – 1960     Jurij Hansky (1931-....) z Njebjelčic | aus Nebelschütz
1960 – 1983     Jurij Wowčer (1926-1983) z Róžanta | aus Rosenthal
1984 – 1996     Rafael Wowčer (1950-2011) z Róžanta | aus Rosenthal
1996 – 2002     Benedikt Cyž (1949) z Lejna | aus Lehndorf
2002 – 2004     Měrko Šmit (1958, stellv. Vorsitzender) z Worklec | aus Räckelwitz
2004 – 2015     Trudla Kuringowa (1940-2024) z Pančic-Kukowa | aus Panschwitz-Kuckau
2015 – 2021     Zala Cyžowa (1947) z Chrósćic | aus Crostwitz 
seit 2021     Diana Wowčerjowa (1974) z Nuknicy | aus Nucknitz

 

 


Die Vorsitzenden haben durch ihr Engagement entscheidend zur Förderung der sorbischen Kultur, Sprache und Gemeinschaft in der Region beigetragen und leisten bis heute einen wertvollen Beitrag zur Bewahrung der sorbischen Identität.