XIII. Internationales Folklorefestival “Łužica - Lausitz” ging erfolgreich zu Ende / Slowakisches Ensemble ausgezeichnet

Mit dem Erklingen der Festivalfanfare ging am Sonntagabend, den 7. Juli, das XIII. Internationale Folklorefestival “Łužica - Lausitz” erfolgreich zu Ende. Mehr als eintausend Mitwirkende hatten von Donnerstag bis Sonntag in Bautzen, Drachhausen und Crostwitz Programme mit Musik, Liedern und Tänzen ihrer Völker gestaltet. Mit rund 22.000 Besuchern erreichte das diesjährige Festival einen Besucherrekord.

„Das Festival ‚Lausitz‘ hat in der Szene der Folkloreensembles der Welt einen guten Ruf und sie kommen gern in die Lausitz“, sagte der Vorsitzende des Vorbereitungskomitees Marko Kowar heute in Crostwitz. Er und der Vorsitzende der Domowina Dawid Statnik danken auch auf diesem Wege allen sehr herzlich, die zum Gelingen des diesjährigen Festivals beigetragen haben: allen beteiligten großen und kleinen Künstlern aus dem In- und Ausland, ihren Begleitern, allen Helfern und Organisatoren, allen Gastgebern, allen Eigentümern der beteiligten Höfe in Drachhausen und Crostwitz, den Kommunalpolitikern, allen Sponsoren und Unterstützern und nicht zuletzt den beteiligten Angestellten der Stiftung für das sorbische Volk, des WITAJ-Sprachzentrums und der Geschäftsstelle der Domowina. Wutrobny dźak!

Das diesjährige Internationale Folklorefestival „Lausitz“ gestalteten unter anderem Ensembles aus Peru, Bolivien, Algerien, Polen, Georgien, Ungarn, Österreich, Russland, Nepal, der Slowakei, aus Tschechien und Nordmazedonien. „Solch ein Festival bietet Möglichkeiten des gegenseitigen Kennenlernens und Austausches und ist natürlich stets ein schönes Erlebnis“, so Marko Kowar. Diesem Anliegen dient beispielsweise das immer am Festivalsonnabend von der Domowina organisierte Kulturforum. In diesem Jahr haben daran sechs ausländische Gruppen teilgenommen und ihr Ensemble sowie ihre Geschichte, ihre Kultur und Situation vorgestellt. Für seine außergewöhnlichen künstlerischen Leistungen wurde das slowakische Ensemble Bobáňovci aus Terchov mit einem Diplom des XIII. Internationalen Folklorefestival „Lausitz“ ausgezeichnet. Große Anerkennung gilt auch allen beteiligten Ensembles aus der Lausitz, die Einblicke in die Vielfalt unserer Kultur boten.

Das diesjährige Folklorefestival war am Donnerstagabend im Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen offiziell eröffnet worden. Bereits am Vormittag gab es zwei Vorstellungen für Schülergruppen. Der Festumzug der Ensembles am Abend des gleichen Tages durch Bautzen zog in diesem Jahn annähernd doppelt so viele Zuschauer an wie 2017.

Am Freitag gastierte das Festival in Drachhausen in der Niederlausitz. Das kleine Dorf im Amt Peitz war damit schon zum 7. Mal Gastgeber für die Gruppen aus aller Welt. Auch dort verzeichneten die Organisatoren höhere Besucherzahlen.

Am Sonnabend und Sonntag, den 6. und 7. Juli, stand Crostwitz ganz im Zeichen des Festivals. Ab 15 Uhr präsentierten sich im Rahmen eines besonderen Folkloreprogramms Gruppen, die das immaterielle kulturelle Erbe ihres Volkes pflegen, das bereits zum UNESCO-Kulturerbe gehört oder die sich um diesen Schutztitel der UNESCO bemühen.
Auf sechs Bauernhöfen und sieben Bühnen zeigten die in- und ausländischen Ensembles begeisternde Programme.
Ein Hof stand dabei ganz im Zeichen des MDR. Dessen Intendantin Prof. Karola Wille und Direktor Sandro Viroli hatten eine Überraschung im Gepäck: Ab 01.01.2020 sendet die Sorbische Redaktion des MDR wochentags ihr Hörfunkprogramm in sorbischer Sprache eine Stunde länger als bisher. Das hatten sich viele, auch die Domowina, schon lange gewünscht. Der Vorsitzende der Domowina Dawid Statnik dankte dafür herzlich den beiden Gästen sowie dem Abgeordneten des Sächsischen Landtags Aloysius Mikwauschk, der diese Idee ebenfalls unterstützt hatte.
Auf den Höfen wurden kulinarische Köstlichkeiten angeboten und in der Ortsmitte gab es einen kleinen Markt traditioneller Gewerke. Crostwitz feierte bis in die Morgenstunden mit Tausenden Gästen.

Das nächste Internationale Folklorefestival „Łužica – Lausitz“ findet vom 22. bis zum 25. Juli 2021 statt.